Qualitätssicherung mithilfe von automatisierten und menschlichen Prozessen

Konzepte für die Übersetzungsqualität und Berichte

Für die Übersetzungsqualität relevante Begriffe und Berichterstellung für die Übersetzungsqualität ist sehr vage definiert und wird in der Regel von den Anforderungen des Endbenutzers eines Texts bestimmt. Es gibt einige öffentlich verfügbare Qualitätssicherungsmodelle wie das LISA QA-Modell, SAE J2450, MQM oder TAUS DQF, die alle eine Übersetzungsfehlertypologie umfassen. Die meisten Unternehmen weltweit verwenden eine Fehlertypologie, um die Qualität übersetzter Texte zu messen. Zu den Fehlern zählen Terminologiefehler (fehlende Berücksichtigung von Glossaren), Syntaxfehler (falsche Grammatik, Kongruenzfehler), Genauigkeitsfehler (fehlende oder zusätzliche Informationen in der Zielsprache), Zeichensetzungsfehler und Fehler bei der Einhaltung von Styleguide-Vorgaben. Zudem können medienbezogene Fehler gemacht werden: Wenn Sie in eine Rechts-nach-links-Sprache wie Arabisch oder Hebräisch übersetzen, müssen Sie sicherstellen, dass das Layout stimmt, oder wenn Sie Softwaredokumentation übersetzen, müssen die in der Dokumentation vorkommenden Beschriftungen von Elementen der Benutzeroberfläche mit den Beschriftungen auf dem Bildschirm übereinstimmen. Wenn Sie Rechtstexte übersetzen, müssen Sie häufig die jeweiligen zielsprachlichen Entsprechungen rechtlicher Begriffe verwenden. Mit dem Modul der linguistischen Qualitätssicherung (Linguistic Quality Assurance, LQA) von memoQ können Sie Ihre eigene Fehlertypologie festlegen und quantitative Informationen zur Übersetzungsqualität erhalten. Diese geben Ihre Überprüfer an, indem sie die Fehler hervorheben. Dies sollten Sie aber nur umsetzen, wenn Sie bereit sind, etwas Aufwand in die Verwaltung Ihrer Terminologie zu investieren (oder zumindest Ihren Vendoren Glossare bereitzustellen) und einen Styleguide für die Übersetzung zu verfassen, in dem festgelegt wird, was für Sie richtig und was falsch ist. Dazu sollten Sie Ihre vorhandenen Übersetzungen mit Sprachexperten durchgehen, geeignete Beispiele auswählen und diese verallgemeinern. Lassen Sie Ihren Styleguide von mehreren Linguisten prüfen. Fragen Sie anhand von Beispielen nach, ob die Anweisungen eindeutig sind. Sobald Sie die Qualität quantifizieren, können Sie nicht nur die Qualität, sondern auch die Qualitätsverbesserung Ihrer Vendoren messen. Genauso wenig, wie Sie von einem neuen Arbeitskollegen erwarten können, dass er an seinem ersten Arbeitstag voll eingearbeitet ist, können Sie von einem neuen Vendor erwarten, dass er vom ersten Tag an perfekte Qualität liefert. Die besten Vendoren verbessern sich mit der Zeit. Dies wird durch Diskussionen zusätzlich gefördert. 

Diskussionen als unentbehrliche Voraussetzung für Teamarbeit

Ganz gleich, wie gut Sie auf die Arbeit vorbereitet sind – es sind immer Verbesserungen möglich. Ausgangstextsätze sind oft nicht eindeutig, es können neue Benennungen oder Terminologieverbesserungen vorgeschlagen werden, während der Überprüfung werden möglicherweise Änderungen am Text des Übersetzers vorgenommen, denen der Übersetzer nicht zustimmt usw. Dank der einzigartigen Diskussions- und Kommunikationsfunktion des memoQ-Servers können die Projektteilnehmer in einem Forum Threads beginnen und sich gegenseitig Fragen und Antworten zuweisen. In persönlichen Dashboards können die Benutzer sehen, auf welche Fragen sie antworten müssen. Mithilfe von E-Mail-Benachrichtigungen können die Abläufe beschleunigt werden. Sie können Probleme als gelöst festlegen oder allgemeine Hinweise oder Klarstellungen an alle Projektteilnehmer senden. Darüber hinaus können sich die Projektteilnehmer über den integrierten Instant Messenger mit anderen Projektteilnehmern austauschen, wenn sie online sind. 

Höchste Priorität: Terminologiearbeit

Wissenschaft und Praxis sind sich darüber einig, dass die korrekte Verwendung von Terminologie ein wichtiges Kriterium für die Übersetzungsqualität ist. memoQ bietet sowohl Übersetzern als auch Unternehmen die Möglichkeit, Termdatenbanken einzurichten und freizugeben. Die Übersetzer können, während sie übersetzen, Benennungen vorschlagen. Und da die Benennungen unmittelbar danach für sie angezeigt werden, ist der Anreiz, Benennungen hinzuzufügen, entsprechend groß. Denn das Hinzufügen von Benennungen zur Termdatenbank bedeutet weniger Schreibarbeit. Wenn Sie einen Terminologen entscheiden lassen möchten, ob eine Benennung richtig ist oder nicht, sollten Sie eine moderierte Termdatenbank verwenden. Benennungen in moderierten Termdatenbanken sind erst final, wenn sie von Terminologen oder Überprüfern bestätigt werden. Es gibt noch eine andere Möglichkeit, wie Sie eine Termdatenbank füllen können: Mit der statistischen Terminologieextraktion von memoQ können Ihre vorhandenen Dokumente und Translation Memories analysiert und mögliche Terminologie vorgeschlagen werden. So können Sie viel schneller mit der Terminologieverwaltung beginnen.

Mit dem Qualitätssicherungsmodul von memoQ werden fehlende, zusätzliche oder falsche Benennungen im Zieltext erkannt. Das Modul kommt auch mit Sprachen zurecht, in denen die Terminologieerkennung nicht einfach ist, weil die Wörter stark konjugiert werden. Wenn Terminologie geändert wird, können Sie die alten Benennungen als verboten markieren. Das Qualitätssicherungsmodul warnt Sie dann, wenn diese Benennungen verwendet werden. Sie können alle Vorkommen der Benennungen in allen Dokumenten des Projekts auf einmal suchen und ersetzen.

In memoQ steht die automatisierte Konkordanz zur Verfügung, mit der Übersetzer während der Bearbeitung Terminologievorschläge erhalten. Wenn ein bestimmter aus mehreren Wörtern bestehender Ausdruck mehrfach vorkommt, ist es sehr wahrscheinlich, dass er konsistent übersetzt werden soll. In memoQ werden diese ausgangssprachlichen Ausdrücke automatisch angezeigt, sodass die Übersetzer die zielsprachlichen Entsprechungen mit einem einzigen Klick über die Konkordanz anzeigen können. Hiermit werden Translation Memories und LiveDocs-Korpora durchsucht und, sofern diese groß genug sind, wird die Übersetzung dieser Ausdrücke in der Zielsprache vorgeschlagen. memoQ verfügt über einen Termdatenbank-Editor, mit dem Sie Dubletten zusammenfügen und die Konsistenz von Übersetzungen weiter verbessern können.

Wenn Kollegen außerhalb der Übersetzung und Überprüfung die Termdatenbanken verwenden sollen, können Sie QTerm lizenzieren, ein memoQ-Server-Add-On, das ein professionelles Terminologieverwaltungssystem ist. QTerm umfasst alle Funktionen, die professionelle Terminologen benötigen. 

Konsistenz

In Translation Memories und LiveDocs-Korpora werden die Übersetzungen von Segmenten gespeichert. Dank des Qualitätssicherungsmoduls von memoQ erfahren Sie, ob ein Segment zweimal oder mehrfach unterschiedlich übersetzt wurde und ob die vorhandene Übersetzung sich von der Übersetzung in Ihren Datenbanken unterscheidet. Dafür gibt es immer einen Grund: Entweder haben die Übersetzer Ihre Datenbanken nicht verwendet oder sie haben einen Fehler in der Übersetzung gefunden (wobei es sich um eine optionale Änderung oder um einen tatsächlichen Fehler handeln kann). Sie können diesen Fehler dann schnell in allen Dokumenten beheben. Außerdem können Sie feststellen, ob ein Übersetzer einen Fuzzy-Treffer nach dem Einfügen geändert hat. Fuzzy-Treffer sind dem zu übersetzenden Text lediglich ähnlich, sodass in der Regel eine Anpassung im Zieltext erforderlich ist. Die Musen lernen ebenfalls anhand Ihrer Datenbanken und schlagen geeignete Übersetzungen für Ausdrücke vor. 

Translation Memory und LiveDocs-Korpus-Management

Mithilfe der Funktion der TM-Rollen kann in memoQ-Translation-Memories die Rolle der Person gespeichert werden, die den Eintrag hinzugefügt hat. Somit können Sie die vom Überprüfer bestätigten Einträge den vom Übersetzer bestätigten Einträgen vorziehen und die Überprüfer können die gleichen Treffer sehen, die der Übersetzer erhält. Mithilfe von Kontexttreffern können in memoQ Treffer, die den gleichen Kontext aufweisen (also Treffer mit dem gleichen sprachlichen Kontext und in Softwareprodukten Strings mit der gleichen ID), immer bevorzugt verwendet werden. Dank reversibler Translation Memories können ein und dieselben Translation Memories in beiden Sprachrichtungen verwendet werden – für die umgekehrte Sprachrichtung aber lediglich als Referenz.

Sie müssen nicht unbedingt Translation Memories verwenden, um Ihre vorhandenen Übersetzungen zu archivieren. Die Verwaltung von LiveDocs-Korpora ist einfacher: Nehmen Sie einfach Ihre übersetzten, zweisprachigen Dateien in einen Korpus auf. Dokumente können dann ganz einfach aktualisiert werden. Statt mit Millionen Segmenten arbeiten Sie dann „nur“ mit Tausenden Dokumenten, die diese Segmente enthalten. Darüber hinaus können die Übersetzer immer das Dokument sehen, aus dem ein Treffer stammt, zusammen mit einer Vorschau, die weitere Informationen zu den Begriffen sowie zur bisherigen Verwendung der Begriffe enthält. 

Berücksichtigung von externen Ressourcen

Wenn die Terminologie externen Ressourcen wie Rechtsvorschriften oder Referenzglossaren/-websites entsprechen muss, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können entweder alle relevanten Zieltexte in einen LiveDocs-Korpus importieren und mit der Konkordanzsuche Ergebnisse erhalten, um Ihre Verwendung von Terminologie abzusichern, oder Sie können die memoQ-Websuche einrichten, um eine oder mehrere Websites Ihrer Wahl nach der richtigen Terminologie zu durchsuchen, wenn Sie den Ausdruck markieren und eine Tastenkombination drücken. 

Überprüfungsprozesse

Es empfiehlt sich grundsätzlich, die Überprüfer zu bitten, dass sie in memoQ arbeiten. Dies ist aber nicht immer möglich oder erwünscht. Sie müssen ggf. Ihre Translation Memories und LiveDocs-Korpora nach der Überprüfung aktualisieren, da sonst falsche, nicht korrigierte Übersetzungen beibehalten werden.

Sie können:
 
  • Sie können memoQWebTrans verwenden. Dies ist eine einfachere Anwendung als memoQ und die Überprüfer können in einem beliebigen Webbrowser arbeiten. In memoQWebTrans stehen die gleichen Überprüfungsfunktionen zur Verfügung wie in memoQ.
 
  • Sie können das Dokument in eine zweisprachige Word-Tabelle exportieren, sodass die Überprüfer in Microsoft Word arbeiten können, oder das Dokument im XLIFF-Format exportieren, damit die Überprüfer in anderen Übersetzungstools arbeiten können. Mit memoQ wird alles daran gesetzt, dass dieser Prozess sicher ist. Sie können die Änderungen dann wieder in das Projekt importieren und Ihre Translation Memories bzw. LiveDocs-Korpora aktualisieren.
 
  • Sie können das Dokument wieder in sein Ausgangsformat exportieren (beispielsweise in eine formatierte Microsoft Word- oder Adobe InDesign-Datei) und es den Überprüfern ermöglichen, Änderungen vorzunehmen. Anschließend können Sie die Änderungen über die Funktion der einsprachigen Überprüfung wieder in memoQ importieren. Mit dieser einzigartigen Funktion können Sie einen Editor verwenden, der mit einem Alignment-Editor vergleichbar ist und die geänderten Zielsegmente den nicht geänderten Zielsegmenten zuordnet.